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Pendeln von Garmisch nach München – meine Erfahrungen

Immer wieder bekomme ich E-Mails von Menschen, die überlegen nach Garmisch-Partenkirchen zu ziehen. Und die mich fragen, wie gut das mit dem Pendeln nach München funktioniert. Und welche Erfahrungen ich mit dem Wohnen in Garmisch und dem Arbeiten in München gesammelt habe. Gern gebe ich diese Erfahrungen hier einmal in einem Blogbeitrag weiter.

Gependelt bin ich über mehrere Jahre hinweg von Garmisch-Partenkirchen nach München. Erst nach Unterföhring, was bedeutete, dass ich einmal quer durch musste durch die Landeshauptstadt. Und dann „nur“ bis zum Hauptbahnhof. Beim Pendeln versuchte ich in etwa eine 50:50-Mischung zwischen Fahren mit dem eigenen Auto und der Bahn zu finden. Anfangs probierte ich es auch als Mitfahrer aus, merkte aber bald, dass mir das zu unsicher und zu anstrengend war. Also: Auto oder Bahn.

Pro Strecke bedeutet das nicht nur etwa 70 Minuten (Hauptbahnhof, wenn alles ideal läuft) bzw. zwei bis zweieinhalb Stunden (Unterföhring). Am Tag also drei bis vier Stunden unterwegs! Wenn es keine Komplikationen gibt. Es gab auch Tage, an denen ich für eine Strecke über vier Stunden benötigt habe. Dies waren jedoch absolute Ausnahmen.

Wenn ich gefragt werde, wie stark es mich genervt hat, dann fällt es mir schwer darauf eine allgemeingültige Antwort zu geben. Es gab Phasen, da hat es mich tatsächlich extrem genervt. Und dann gab es Phasen, da war das Pendeln absolut okay. Im Sommer beispielsweise, gerade auch in der Ferienzeit, macht es richtig Spaß auf der Autobahn Richtung Garmisch zu cruisen. Kaum Autos auf der Straße. Die Sonne scheint einem ins Gesicht. Die Berge kommen immer näher. Das hat was. Auch im Zug, wenn pünktlich und nicht überfüllt, entspannt ein Buch lesend oder auf dem iPad einen guten Film schauend – das kann durchaus angenehm sein. Wenn da nicht die vielen „wenns“ wären. Oft war der Zug halt nicht pünktlich. Im Winter, vor allem von November bis Januar, sind die Straßenverhältnisse oft grenzwertig. An vielen Tagen war ich echt froh, heil Zuhause angekommen zu sein! Gleichzeitig kann die Bahn dann nicht fahren, weil umgestürzte Bäume auf den Gleisen liegen oder das Wasser der Flüsse die Gleise unterspült hat. Allzuoft auch fehlte ein Wagon an der Regionalbahn. Dann wurde es eng, die Fahrt dann schon Stress pur. Kein entspanntes, ausgeruhtes Ankommen auf der Arbeit.

Etliche Tage stand ich stundenlang auf dem Bahnhof und wartete darauf, dass es voran geht. Meetings mussten abgesagt, Chefs vertröstet werden. Nicht angenehm. Der Spätherbst und der Winter sind keine gute Zeit zum Pendeln in Oberbayern.

Und die Gesundheit? Für die Gesundheit ist permanentes Pendeln definitiv nicht gut. Dies weiß ich nun mit absoluter Sicherheit. Ich möchte hier niemanden mit nicht so leckeren Details foltern. Aber der Körper, die Haut, die Nerven im Rücken und den Füßen oder auch die Knie – alles wehrt sich. Ich bin Stammkunde in der Osteopathie geworden. Was nebenbei auch zusätzliches Geld kostet.

Ach ja: teuer ist Pendeln auch noch. Pro Tag habe ich zwischen 25 und 30 Euro gebraucht. Und gegenüber der Steuer musste ich Jahr für Jahr um die Pendler-Pauschale regelrecht betteln. Vielfacher Briefverkehr, indem ich Kilometerstände und Zugtickets übermitteln musste, weil man mir nicht glaubte, dass ich nicht im Homeoffice gearbeitet habe. Nervig und für mich komplett unverständlich. Schließlich zahle ich hier ja meine Steuern. Wenn ich dann um finanzielle Erleichterung, die mir rechtlich zusteht, auch noch betteln muss, macht einen das sehr nachdenklich.

Apropos Homeoffice. Pendeln kommt für mich in der Zukunft nicht mehr ohne Homeoffice in Frage. Fünf Tage die Woche über Monate hinweg Pendeln zwischen Garmisch und München sind für mich einfach nicht mehr machbar. Es macht krank und es raubt unendlich viel Energie.

Hin und wieder ist es okay, wenn man auch mal von Montag bis Freitag rein muss nach München. Gar kein Thema. Mittel- und langfristig ist es aber für alle – auch für den Arbeitgeber! – total kontraproduktiv. Weil ich an Leistungsfähigkeit massiv einbüße. Darum ist es künftig mein Ziel, pro Woche im Idealfall nur an drei oder vier Tagen reinfahren zu müssen nach München. Das geht, wenn alles andere (Arbeitsinhalt, Kollegen, Klima im Büro, Gehalt, Urlaubstage, Überstunden) passen. Dann pendele ich gern!

Wenn noch Fragen zum Pendeln nach München sind, dann gern hier in den Kommentaren. Ich freue mich, wenn ich helfen kann.

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