Blog
Tipps, Bilder, Erfahrungsberichte rund um Garmisch-Partenkirchen

Katastrophenfall in Garmisch-Partenkirchen – ein paar Worte und Bilder von mir dazu

Zum ersten Mal, seitdem ich in Garmisch-Partenkirchen wohne, ist der Katastrophenfall ausgerufen worden. Es gibt Sondersendungen im Fernsehen, Anrufe von Freunden und Familie aus dem restlichen Deutschland und viel Aufregung in allen Medien. Und hier in Garmisch-Partenkirchen? Wie ist es hier so aktuell?

Entspannt. Ich empfinde es als sehr entspannt. Und dafür bin ich schonmal dankbar.

Januar 2019: Winter im Kurpark Garmisch

Ich habe einige Winter hier miterleben dürfen. Ich habe richtig hohe Schneeberge gesehen. Ich habe Stunden mit Schneeschaufeln verbracht. Doch dieses Jahr ist es deutlich entspannter als in einigen Wintern zuvor!

Alles im Lot in Garmisch-Partenkirchen

Die Schulen sind zwar geschlossen (was meinen Sohn nicht unglücklich macht). Aber ansonsten läuft alles (mehr oder weniger) seinen gewohnten Gang. Die Supermärkte sind gut gefüllt. Man bekommt alles, was man braucht. Die Ärzte haben offen. Die Post ist geöffnet. Die Cafés und Restaurants freuen sich über Kundschaft, ebenso die Geschäfte. Ja – auf den Straßen liegt Schnee. Mal ist es etwas glatt, mal (wie heute) matschig. Aber das ist es fast jedes Jahr im Winter. Der Landrat von Traunstein sagt es ganz wunderbar in einem Interview:

Wenn der Begriff („Schneechaos“) suggeriert, dass nichts funktionieren würde, dann ist er sicherlich falsch. Wir sind ein großer Landkreis. Im nördlichen Teil gibt es momentan gar keine Beeinträchtigung. Aber das muss von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich bewertet werden. „Chaos“ ist nicht mein „wording“. Das alltägliche Leben ist in Teilen eingeschränkt, aber die Bevölkerung und die Einsatzkräfte gehen damit professionell um. Der Einsatz läuft geordnet ab. Es gibt in diesem Sinne also kein Chaos. Das Leben läuft normal weiter.

Aber eins ist anders. Ich denke, durch den offiziellen „Katastrophenfall“. Die Menschen sind ein wenig sensibler, aufmerksamer. Sonst gilt immer: „passt scho“. Jetzt überlegt sich doch der ein oder andere, ob er wirklich raus muss bei dem Wetter. Oder ob er nicht vielleicht das Auto mal stehen lässt. Soll ja Katastrophenfall sein. Man hilft sich gegenseitig. Man fragt beim Nachbarn nach, ob alles okay ist. Man rückt ein wenig enger zusammen.

Ich weiß nicht genau, wie es im restlichen Landkreis ausschaut. Aber in Garmisch-Partenkirchen selbst ist von einer Katastrophe nichts zu sehen oder zu spüren. Na gut – die Regionalbahn fährt nicht bis Mittenwald. Aber ansonsten alles im grünen Bereich. Ich denke, das Ausrufen des Katastrophenfalles hat einiges Gutes für sich. Es konnten wohl dadurch Kräfte freigesetzt werden, die helfen, dass die Straßen frei sind, dass keine Dächer beschädigt werden und dass deutlich weniger Bäume umfallen oder Äste verlieren als in den Vorwintern. Rein vorbeugend funktioniert das alles aus meiner Sicht verdammt gut. Dafür ein großes Dankeschön an alle Helfer und Verantwortlichen hier im Landkreis. Ich finde, es wird ein verdammt guter Job gemacht im Januar 2019!

Dazu nochmal der Landrat aus Traunstein:

Die Feststellung eines solchen Falls ist für die Koordination der Einsätze im Lagezentrum des Landratsamts wichtig. Hier kommen dann die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk, die Feuerwehr und lokale Helfer zusammen. Rechtlich hilft uns diese Situation, dass es keinen Streit über Zuständigkeiten gibt. Es geht also viel schneller – eine verschlankte, effiziente Koordination.

Alles geht seinen gewohnten Gang im Winter in Garmisch

Das Leben geht hier seinen jährlich gewohnten Winter-Gang. Alles ein wenig langsamer. Alles ist – auch durch den Schneefall – angenehm gedämpfter. Von einer Katastrophe weit und breit keine Spur. Und das ist gut so. Vermutlich wäre alles deutlich anstrengender und gefährlicher, wären nicht so viele Menschen Dank des Katastrophenfalles im Einsatz. Es funktioniert! Und dafür bin ich sehr dankbar.

Hier noch ein paar Bilder, die ich in den letzten Tagen geschossen habe hier in Garmisch-Partenkirchen. Mehr Winter-Wonderland statt Katastrophengebiet.

Januar 2019: Blick Richtung Waxensteine und Zugspitze

Januar 2019: Blick Richtung Waxensteine und Zugspitze am Samstag

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen - Blick zur Zugspitze vom Bahnhof aus

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen – Blick zur Zugspitze vom Bahnhof aus

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen - Schneeberge wie jeden Winter

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen – Schneeberge wie jeden Winter

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen - Balkonblick

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen – mein Balkonblick Richtung Sprungschanze und Gudiberg

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen - Balkonblick

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen – mein Balkonblick Richtung Hausberg, Alpspitze und Zugspitze

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen – ein Haus in Partenkirchen im Schnee

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen

Wir im Haus haben spontan entschieden, dass es die richtige Zeit für eine Schneebar und eine kleine, abendliche Winterparty sei. Und so haben wir gemeinsam am Samstag-Abend ein wenig den Winter gefeiert. Mit Feuer und Gulasch und Glückwein. Es war wunderbar! :)

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen - Schneebar im Garten

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen - Schneebar im Garten

Januar 2019 in Garmisch-Partenkirchen - Schneebar im Garten

Comments are closed on this post.




Creative CommonsAlle Fotos auf dieser Seite stehen unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung). Missbräuchliche Fremdnutzung wird von mir in Rechnung gestellt.